Ethnopharmazie und Ethnobotanik - Eine Einführung - von Michael Heinrich

Aus dem Vorwort des Autors:
In diesem einführendem Buch in die Gebiete der Ethnobotanik, Ethnopharmakologie und Ethnopharmazie werden die wissenschaftlichen Grundlagen dieser Forschungsrichtungen dargestellt. Dieses Buch ist eine Gratwanderung zwischen naturwissenschaftlichen und ethnologischen Fakten und den sie begründeneden theoretischen Grundlagen. ... Dieses Buch soll eine multidisziplinäre Einführung sein, in welchem die Ziele, Methoden und Konzepte dieser Forschungsrichtungen, aber auch deren Geschichte aufgezeigt werden soll. Aus der Fülle an Material habe ich das mir relevant erscheinende ausgewählt. ...

Auf welche Fragestellungen versuchen die Forschungszweige der Ethnobotanik, -pharmakologie und ?pharmazie eine Antwort zu finden? ? Welche Mittel und Methoden werden dazu angewandt? ? Welche theoretischen Überlegungen stehen dahinter? - Wie und wann kristallisierten sich diese Gebiete als eigene Disziplinen der Wissenschaft heraus (oder sollte dies gar nicht sein, da es eine zu multidisziplinäre Angelegenheit ist)?
Diese Einführung versucht, einen Überblick über diese Fragen zu geben. Auch werden den (wohl) wichtigsten Pflanzengruppen spezielle Kapitel gewidmet: Arzneipflanzen, Gifte, psychoaktive Pflanzen und Pflanzen in der Ernährung.

Bibliografische Daten:

ISBN 3-8047-1775-6
159 Seiten
Stuttgart: Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, 2001


Persönliche Meinung:
Wer sich zwar für diese Forschungszweige und ihre Fragestellungen interessiert, aber noch nicht viel konkretes darüber weiss, ist meiner Meinung nach mit dieser Einführung sehr gut bedient. Denn sie verspricht das , was sie halten kann: einen guten ersten Ein- und Überblick über die bereits erwähnten Fragen: Geschichte, Ziele, Methoden, Konzepte. Alles zwar nur knapp, aber für genügend weiterführende Literaturhinweise ist gesorgt. Zudem finde ich die vielen aufgeführten Fallbeispiele, welche das theoretische Konstrukt oder die blossen Worte in der Praxis aufzeigen, wirklich sehr veranschaulichend und informativ.
Aber was das Buch für mich besonders sympathisch macht, ist das Aufgreifen von sozialen und ökologischen Themen: einerseits der Umgang mit nicht-einheimischen Pflanzen für die Arzneimittelherstellung und andererseits der Einfluss des einseitigen Nutzpflanzenanbaus auf die Bioversität.

Fazit:
Für mich eine wirklich taugliche (wenn auch oberflächliche) Einführung in die Gebiete der Ethnobotanik, -pharmakologie und ?pharmazie, welches sich meiner Meinung nach durch zwei Spezialitäten auszeichnet: die Betonung der Multidisziplinarität und die kritische Sichtweise.

Cäptn sei Dank von Harald