Piper methysticum - Kawa-Kawa

Kawa-Kawa kommt ursprünglich aus Polynesien, wo er auch heute noch für die Herstellung eines Getränks angebaut wird.

Mittlerweile finden sich Kawa-Kawa-Präparate in immer größer werdender Zahl auch in westlichen Ländern wieder.

Von der ursprünglichen Verwendung als rituelles Getränk hat man sich im Westen sehr weit entfernt und zieht aus der Wurzel vor allem die beruhigenden Stoffe.

Allgemeine Informationen:
Name:
Kava-Kava / Piper methysticum

Bilder:

Volksnamen:
Kawa Kawa, Kava Kava, Agona, Ava-Ava, Kawapfeffer, Malohu, Meruk, Yagona,Rauschpfeffer, Kawa-Kawa, Ava

Botanisches:

Allgemein
Der buschige, immergrüne Strauch wird meist ca. 2 Meter hoch, kann aber auch über 4 bis 5m erreichen. Die hellgrünen, wechselständigen, herzförmigen Blätter werden bis zu 30 cm lang: Die grünlich-weißen, männlichen Blütenstände werden bis zu 6 cm lang und sitzen auf blattwinkelständigen Ähren; weibliche Blüten sind nicht bekannt.

Familie
Piperaceae (Pfeffergewächse)

Formen und Unterarten
Zahlreiche Sippen aber botanisch kaum Varietäten. Auf Hawai wächst die Varietät "Black Awa", die fast schwarze Stengel hat.

Vorkommen
Inselwelt Mikronesiens und Polynesiens. Urprüngliche Heimat unbekannt. Gelegntlich wird Neuguinea genannt.
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Rezepte

Überlieferte Rezpete
Man gibt ca. 100g getrocknete Wurzel (Pulver) auf 100 ml Wasser. Diese Mischung nimmt man dann ein, wobei auch hierbei vor dem Geschmack gewarnt sei.

Neue Rezepte
Aus Kawa-Kawa wird in Polynesien ein Trank hergestellt. Dabei finden Stengen, Blätter und die Wurzel verwendung. Bei uns findet man vor allem die Wurzel. Da die Kawa-Pyrone nur sehr schlecht wasserlöslich sind, sollte man dem alkoholischen Auszug den Vorzug geben. Wir emphehlen ca. 70g geschnittene Wurzel auf 0,7 l Rum (wir benutzen 40%igen) zu geben. Dies sollte man häufiger schütteln. Nach ca. 1 Woche abstehen lassen. Es bildet sich ein fester Bodensatz, über dem sich der Schnaps langsam klärt. Wenn der Schnaps ganz klar ist, kann man das Getränk zu sich nehmen. Ich selbst trinke kleine Schlucke aus einem Schnapsglas. Dazu trinke ich etwas Wasser hinterher, wenn der Geschmack zu streng ist. Aus der Erfahrung würde ich sagen, daß eine längere Standzeit besser für den Geschmack ist.
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Wirkprofil

Monographie
anxiolytisch; Tierexperimentell wurde eine narkosepotenzierende (sedierende), antikovulsive, spasmolytische und eine zentral muskelreaxierende Wirkung beschrieben.

Humoralpathologie
Piper methysticum ist in den alten Kräuterbüchern nicht vertreten.

Indikationen

Monographie
nervöse Angst-, Spannungs- und Unruhezustände.
Hinweis: Dieses Arzneimittel kann auch bei bestimmungsgemäßen Gebrauch die Sehleistung und das Reaktionsvermögen im Straßenverkehr oder bei der Bedienung von Maschinen beeinflussen.

Gegenwart
Nervinum; schmerzlindernd, tonisierend, leicht stimulierung. Neurosthenie durch geistige &Uumlbermüdung,; Entspannung des Vegativums; vegetative Dysregulation; Angst, Unruhe, Spannungs- und Eregunszustände; Konzentrationsmangel; Abgeschlagenheit; klimakterische Unruhezustände; Magenneurose; hirnorganische Abbauzustände im Alter; stimmungsaufhellend; Erhöhung der spysischen und spychischen Leistungsfähigkeit.
akkektive Stabilisierung; depressive Verstimmung; appetianregend; antisekretorisch bei Gonorrhoe, Zystitis und Prostatorrhoe; Reizblase; schmerzlindernd bei Arthritis deformans; Kopfschmerzen; Gehirnkongestion mit Schwindel; Zahln- und Ohrenschmerz; Mandelschwellung; Dermatopathien mit Schuppenbildung; Herpes zoster; Ekzeme

Humoralpathologie
Piper methiysticum ist in den alten Kräuterbüchern nicht vertreten. Die Pflanze ist erst seit Mitte des 19. Jahrhundert in Europa in therapeutischem Gebrauch.
Bei den Ureinwohnern wurde und wird Kava-Kava als:
* schmerzstillendes Mittel,
* gegen Gonorrhoe,
* chronische Blasenleiden,
* Korpulenz,
* Schlaflosigkeit,
* Tuberkolose,
* Asthma,
* Gicht und Rheuma
verwendet. Auch anlässlich religiöser Festlichkeiten wurde Kava-Kava als Rauschgetränk genossen. Bei wohldosiertem Gebrauch verschindet jegliche Müdigkeit, und es stellt sich ein euphorischer Zustand ein. Das Suchtpotential der Pflanze soo dem von Alkohol oder Morphium entsprechen.

Erfahrungsbericht
Die ersten Eindrücke nach der Einnahme von Kawa sind oftmals Ekel, da der Geschmack sehr zu wünschen übrig läßt. Dann merkt man sofort die die betäubende Wirkung auf die Mundschleimhaut. Der ganze Rachenraum wird taub. Es wird übereinstimmend berichtet, daß nach der Einnahme von größeren Mengen Kawa-Kawa eine stark euphorisierende Wirkung auftritt. Diese hält ca. 2 - 3 Stunden an. Die Wirkung kann aber durch weitere Gaben verlängert werden. Auch tritt oftmals ein Gefühl der glücklichen Sorglosigkeit, Behaglichkeit und Zufriedenheit auf. Speziell in Streßsituationen bietet sich Kawa geradezu an. Probleme die unlösbar schienen scheinen plötzlich überwindbar. Nach größeren Dosen befindet man sich geradezu in einer euphorischen Stimmung, die aber nie in Streß ausartet. Auch bei einem alkoholischen Auszug treten nie die die Begleiterscheinungen von Alkohol auf, Aggression, Streitwütigkeit... . Man wird nie ärgerlich, böse oder sogar streitwütig. Nach dem Abklingen der Wirkung fällt man in einen erholsamen Schlaf.

Kultur

Vorraussetzungen
Wichtig ist durchlässige steinige Böden. Wir empfehlen für die Kultur auf der Fensterbank ein Gemisch aus Blumenerde und Seramis oder einer ählichen Beimischung. (50/50)

Anzucht bzw. Aussaat:
Die Vermehrung von Kawa Pflanzen erfolgt über Stecklinge. Dabei hat sich bisher noch keine zuverlässige Methode gezeigt. Einen Einfluß könnte der Mond haben, wobei hierüber nur Berichte von einem Botaniker vorliegen.

Kultur:
Empfindliche Kulturpflanze. Reichlich Wasser und tägliches Besprühen mit Wasser. Gelegentlich düngen. Kawa-Kawa benötige mind. 15-18 Grad Celsius. Bei kleinen Pflanzen sollte man die grünen Blüten entfernen, da dies auf Kosten des Wachstums gehen. Ansonsten schwache oder überzählige Triebe im späten Herbst oder zeitigen Frühjahr entfernen. Vermehrung durch halbreife Stecklinge im Sommer. (Bei uns eher im späten Frühjahr!)

Schädlinge:
Es wird von braunen klebrigen Flecken berichtet, aber genaueres gibt es leider noch nicht.

Ernte
Ernten kann man die die Wurzel die nach vielen Jahren einen bis zu 10kg schweren Wurzelstock ergibt. Allerdings wohl kaum in unseren Breitengraden. Leider.

Verarbeitung
Der Wurzelstock wird gewaschen, getrocknet und gemahlen. Das Pulver wird bei uns angeboten. Wenn man jedoch mal an frische Wurzel kommen sollte, dann muß man die Gelegenheit nutzen und diese Rarität frisch probieren.

Lagerung
Das Pulver sollte dann Luft- und Lichtdicht gelagert werden.

Kosten

Samen bzw. Pflanzen:
Samen sind bei uns leider nicht erhältlich. Die Pflanzen sind für 12-30 Euro zu erhalten, wobei der Preis sich eher den 30 Euro nähert.

Materialien:
Die Erde kann wie oben beschrieben einfach selber hergestellt werden und ist sehr billig.